Sagenhafter Sonntag

Von den Eisriesen

Einst zogen die Eisriesen in den Kampf gegen die Sonne. Denn sie liebten nur den Mond, die Nacht und die Dunkelheit. sie versuchten, die Sonne mit Feuer zu verbrennen. Doch sie wurde nur noch stärker. Zwölf Eisriesen überlebten diesen Krieg. Sie wohnen nun auf einer Insel im Eismeer bis ans Ende aller Tage und essen Meeräpfel, goldgelb und so süß wie nichts sonst auf der Welt. Schien der Mond früher auch bei Tage, so wurde er von der Sonne dazu verdammt nur noch bei Nacht zu leuchten. Seither ist auch der Mond der Eisriesen Feind. Und immer wieder schicken sie ihren Eiswolf zu ihm hinauf. In Gestalt eines zweiköpfigen Drachen steigt er aus dem Eismeer auf, versucht, den Mond zu verschlingen, so dass dieser ganz finster wird. Aber er kämpft sich immer wieder hervor. Der Drache speit Feuer und der Schnee glüht rot dort droben beim Eismeer.

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Der Juni – mit Bildern

Seit ziemlich genau einem Jahr lebe ich nun im beschaulichen Städtchen Hemau in der Oberpfalz. Und nun muss ich feststellen: Ich bin nicht die erste Hessin, die es in diesen Winkel Bayerns verschlagen hat. Tatsächlich findet sich nahe Hemau sogar ein Tümpel, der als ‚Hessenweiher’ bezeichnet wird. Und wer einen Blick in die Hemauer Stadtchronik aus dem Jahr 1861 wirft, kann die Legende nachlesen, die sich um den Weiher rankt.

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Sagenhafter Sonntag – Der Wagen der Frau Holle

Eine meiner liebsten Sagengestalten ist die Frau Holle. Denn hinter der Figur, die wir aus dem gleichnamigen Grimm-Märchen kennen, hinter der gestrengen Alten, die das fleißige Mädchen belohnt und das faule straft, steckt eine weitaus facettenreichere Persönlichkeit. Als alte Frau erscheint die Perchta, wie sie auch genannt genannt wird, ohnehin nur in den kalten Wintermonaten. Im Frühjahr trifft man sie als junges Mädchen und im Sommer als erwachsene Frau. Mal lebt sie in Bäumen und mal in tiefen Seen. Mit ihrem Spinnrad spinnt sie mit den Nornen die Schicksalsfäden. Und in den Rauhnächten fegt sie als Wintergöttin mit der Wilden Jagd durch die Nacht. Mein #sagenhaftersonntag widmet sich darum heute der Frau Holle mit einer kleinen, feinen Geschichte, die weit weniger bekannt ist, als die um Goldmarie und Pechmarie.

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Sagenhafter Sonntag – Die Steine im Regen

Nun, wo die ersten Sonnenstrahlen sogar unseren Krümel wieder nach draußen locken, freue ich mich darauf, wieder die Wälder der Umgebung unsicher zu machen. Besonders liebe ich die vielen kleinen und großen Flussläufe, die es hier in der Gegend gibt – vor allem die mit den großen Steinen, über die man so wunderbar klettern und springen kann (nasse Füße müssen eingeplant werden). Zu den großen Steinen im Fluss Regen gibt es sogar eine Geschichte, die ich euch an diesem sagenhaften Sonntag nicht vorenthalten möchte.

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Die Steinerne Brücke zu Regensburg

Vor gut einem Jahr sind wir aus der trubeligen Großstadt Berlin in eine kleine Gemeinde in der Nähe von Regensburg gezogen. Und was soll ich sagen, der befürchtete Kulturschock blieb bis heute aus. Wir haben uns von Anfang an sehr wohl und willkommen gefühlt. Das liegt sicher vor allem an der Herzlichkeit der Menschen, die wir bisher kennenlernen durften, aber nicht zuletzt auch an der wunderschönen Natur, die uns hier umgibt. Bei jeder Gelegenheit zieht es uns nach draußen in die märchenhaften Wälder der Umgebung mit ihren plätschernden Bächlein, den Höhlen, knarzigen, alten Bäumen und dem Nebel. Der Nebel hier im Tal kann ganz schön deprimierend sein, hat man uns gesagt, nachdem wir hergezogen sind. Doch ich freue mich an jedem Herbstmorgen, wenn ich aus dem Fenster schaue und der Nebel wie ein Schleier über der Welt liegt – manchmal auch wie dicke Suppe aus der nur die Gipfel der umliegenden kleinen Berge herausschauen. Und überhaupt: der Herbst – er ist hier meine liebste Jahreszeit, denn er bringt für mich die schönste Stimmung in die Natur. So ist dies für mich auch die beste Zeit, um mit den nächsten Geschichten meine neue Heimat näher vorzustellen. In den kommenden Wochen gibt es auf dem Kindergeschichtenblog nacherzählte Märchen und Sagen aus Regensburg und dem bayerischen Wald zu lesen.

Den Anfang macht eine in der Gegend sehr bekannte Sage aus Regensburg um die Steinerne Brücke. Weiterlesen